Johanna und die Honigtage
Johanna Haase ist ein positiver Mensch voller Lebensfreude. Das erklärt, warum sie die schlimme Nachricht, an MSA-P erkrankt zu sein, nach dem ersten Schock auch als einen Startschuss empfunden hat:
„Jetzt lebe ich mein Leben. Es wird nichts mehr nach hinten geschoben“
Johanna Haase
Liebe Hobbies, wie Angeln oder Pilze sammeln, musste sie zwar aufgeben – dazu fehlen Kraft und Standfestigkeit. Eine Folge der aggressiven Parkinson-Variante.
Trotzdem hat sie noch viel vor: Ballonfahrt, Segelflug, Kreuzfahrt und eine Reise nach Ägypten. Möglichst viel Zeit mit ihren Liebsten verbringen ist dabei das wichtigste für sie. Und ihren 60. Geburtstag hat sie richtig groß gefeiert. „Das war die Party meines Lebens!“. Das war zum Glück keiner dieser „Honigtage“, erzählt die gelernte Krankenschwester. An „Honigtagen“ gehe alles nur in Zeitlupe: Bewegungen, Denken, Sprechen. Da dauere das Kaffeetrinken ewig: „Da denke ich manchmal, der wird kalt, bis ich den ersten Schluck nehme.“
Johanna hat sich ihren Humor bewahrt, aber sie ist kein Mensch, der die Augen vor der Realität verschließt. Sie weiß, was auf sie zukommt und lebt bewusster. „Das ist ein tolles Gefühl. Man kommt bei sich selbst an.“
